Jüdisches Berlin: Die wichtigsten jüdischen Sehenswürdigkeiten für Ihren Aufenthalt
Berlin war schon immer ein Schmelztiegel der Kulturen und Nationalitäten und ist seit dem 17. Jahrhundert Heimat der jüdischen Gemeinde. Vom intellektuellen Aufschwung der Aufklärung bis zu den tragischen Ereignissen des Zweiten Weltkriegs hat die jüdische Gemeinde die größten Triumphe und dunkelsten Momente der Stadt miterlebt.
Dank ihrer reichen Geschichte und ihrer widerstandsfähigen Gemeinschaft bietet ein Besuch in Berlin die Möglichkeit, die ganze Bandbreite jüdischer Erfahrung kennenzulernen. Unsere ortskundigen Experten haben für Sie einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im jüdischen Viertel und in der ganzen Stadt zusammengestellt.
Wichtige jüdische Sehenswürdigkeiten
Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Ein Besuch in Berlin wäre unvollständig ohne einen Besuch des Denkmals für die ermordeten Juden Europas. Als erschütternde Erinnerung an die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte ist diese jüdische Gedenkstätte in Berlin eine der bedeutendsten Gedenkstätten der Stadt. Es ist den sechs Millionen Juden (sowie anderen verfolgten Bevölkerungsgruppen) gewidmet, die während des Holocaust kaltblütig ermordet wurden, und erinnert an die Opfer nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.
Der New Yorker Architekt Peter Eisenman entwarf die Installation 1999. Sie besteht aus 2711 Betonplatten unterschiedlicher Höhe, die auf verschiedenen Ebenen angeordnet sind und so eine gleichermaßen friedvolle wie beunruhigende Wirkung erzeugen. Besucher können die Installation frei erkunden und in Ruhe nachdenken. Die Gedenkstätte beherbergt außerdem ein unterirdisches Museum, das den persönlichen Geschichten jüdischer Berliner gewidmet ist.
Der Eintritt zur Gedenkstätte ist frei und sie ist rund um die Uhr geöffnet.

Erfahren Sie mit unserem Reiseführer mehr über die Sehenswürdigkeiten aus der Zeit des Dritten Reichs und des Zweiten Weltkriegs in Berlin.
Alter Jüdischer Friedhof Berlin
Jüdischer Friedhof in Berlin-Mitte – Hamburger Straße
Berlins ursprünglicher Jüdischer Friedhof existiert seit dem späten 17. Jahrhundert. Nach der Vertreibung zahlreicher jüdischer Siedler aus Wien erhielten etwa 50 Familien die Möglichkeit, sich in Berlin anzusiedeln. Ein Stück Land nahe der Hamburger Straße wurde als Friedhof zur Verfügung gestellt. In den folgenden drei Jahrhunderten wurden hier Tausende jüdischer Berliner beigesetzt, darunter berühmte Philosophen, Dichter und religiöse Persönlichkeiten, deren Gräber noch heute besichtigt werden können, wie beispielsweise das von Moses Mendelssohn.
Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Friedhof aufgrund neuer Hygienevorschriften geschlossen. Später wurde er zu einem Park und einer Grünanlage, die von Schülern der jüdischen Jungenschule und Bewohnern des jüdischen Altenheims genutzt wurde. Leider wurde der ehemalige Friedhof während der NS-Zeit geschändet und viele Gräber zerstört.
Nach dem Krieg wurde der Friedhof dem jüdischen Volk zurückgegeben und erneut zu einem Park und einer Gedenkstätte für den historischen Beitrag der Berliner jüdischen Gemeinde. Seine langen Wurzeln und seine wechselvolle Geschichte machen ihn zu einem wichtigen Ziel für jeden, der sich für die jüdische Geschichte in Deutschland interessiert.

Jüdisches Museum Berlin von Daniel Libeskind
Das Jüdische Museum in Berlin ist das größte Museum Europas, das sich der jüdischen Kultur und Geschichte widmet. Das Museumsgebäude selbst birgt mehrere spektakuläre Elemente, die allesamt einen Besuch wert sind. Im Inneren erwarten Sie sowohl Dauerausstellungen als auch Sonderausstellungen, die verschiedene Epochen und Aspekte jüdischen Lebens beleuchten.
Architektur – „Zwischen den Zeilen“
Daniel Libeskinds markantes Gebäude ist ein beeindruckender Anblick. Der Bau begann 1988, nachdem Libeskind den Architekturwettbewerb für die Gestaltung eines neuen Ausstellungsraums auf dem Gelände des alten Jüdischen Museums (erstmals 1938 erbaut, aber bald darauf abgerissen) gewonnen hatte. Schon vor der offiziellen Eröffnung im Jahr 2001 strömten Besucher herbei, um das ungewöhnliche Bauwerk zu besichtigen und zu erkunden. Heute zählt es zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt.
Das Gebäude ist lose an einen dekonstruierten Davidstern angelehnt. Glasscheiben durchziehen die Betonfassade im Zickzack, im Inneren erstreckt sich ein Labyrinth aus fast fensterlosen Gängen. Allein schon der Aufenthalt in diesem Raum ist ein emotionales Erlebnis – er wurde bewusst so gestaltet, dass er Gefühle von Verlust, Verwirrung und Unsichtbarkeit hervorruft. Wo immer man sich im Gebäude befindet, ist man nie weit von einem Lichtstrahl entfernt – selbst wenn man ihn nicht sehen kann –, der die ungebrochene Hoffnung des jüdischen Volkes symbolisiert.
Der Holocaust-Turm
Der „Holocaust-Turm“ ist einer der vielen „Abgründe“ oder Kluften in Libeskinds Architektur. Sie sollen den Besuchern die Spaltung und Hoffnungslosigkeit vermitteln, die die jüdische Weltgemeinschaft angesichts unvorstellbarer Härten während des Holocaust empfand.

Am Boden des Raumes stehend und nach oben blickend, erblicken die Besucher die imposanten Mauern, die sich an vier Seiten erheben. Der Raum hat die Form eines unregelmäßigen Rechtecks: Von unten betrachtet scheinen sich die Mauern grotesk zu dehnen und zu verzerren, während man sich um sie herum bewegt. Der einzige Ein- und Ausgang ist eine kleine Tür am Fuß des Turms, die, sobald sie geschlossen ist, fast völlige Dunkelheit hereinlässt – bis auf einen winzigen Spalt, wo die Mauern den Himmel berühren.
Der Holocaust-Turm, der Gefühle hervorruft, die sich nicht in Worte fassen lassen, ist ein absolutes Muss und eine bewegende Hommage an die Millionen von Juden, die unter dem NS-Regime lebten und starben.
Der Garten des Exils
Neben dem Gebäude sollten Sie unbedingt den Garten des Exils besuchen. Obwohl er die Themen Licht und Dunkelheit, verstörende Formen und Verzerrungen fortführt, wirkt der Garten anders als der Rest des Museums. Hier wachsen Pflanzen über die Betonplatten, und Licht strömt von oben herein. Es ist ein Ort der Besinnung, aber auch der Hoffnung für die Zukunft.
Veranstaltungen, Tickets & Führungen
Wenn Sie alle drei Bereiche besuchen möchten, finden Sie weitere Informationen und Tickets auf der Website des Jüdischen Museums. Für ein tieferes Verständnis dieses bewegenden Ortes bieten wir Ihnen im Rahmen unserer ganztägigen Jüdischen Kulturerbe-Tour oder als individuell gestaltete Tour auch Führungen durch das Gebäude und die Umgebung an.
Standort der Alten Synagoge in Berlin
Um die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Berlin vollständig zu verstehen, ist ein Besuch des Standorts der Alten Synagoge unerlässlich.
Da die Synagoge nicht mehr existiert, empfehlen wir Ihnen, den Standort mit einem ortskundigen Reiseführer zu besuchen, um Ihren Besuch optimal zu gestalten. Ein privater Reiseführer kann Ihnen Details über die Ursprünge des jüdischen Gottesdienstes in Berlin, die Rolle und die Geschichten der Alten Synagoge sowie die wechselvolle Geschichte der Gemeinde vermitteln.
Wir besuchen den Standort mit einem ortskundigen Experten im Rahmen unserer privaten halbtägigen Jüdischen Kulturerbe-Tour, die auch viele weitere Sehenswürdigkeiten aus diesem Artikel umfasst.
Jüdischer Friedhof Weißensee, Berlin
Nachdem der Alte Jüdische Friedhof aufgegeben wurde, entstand der Friedhof Weißensee als größerer Friedhof für die jüdische Gemeinde Berlins, etwas außerhalb des Zentrums gelegen. Erstaunlicherweise überstand der Friedhof den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet, und man kann noch heute viele der wunderschönen Mausoleen und aufwendig gestalteten Gräber aus dem 19. Jahrhundert bewundern.
Auf dem Friedhof Weißensee befindet sich auch ein Holocaust-Mahnmal mit den Namen aller Konzentrationslager. Zusammen mit den älteren Gräbern erinnert es eindringlich an das Schicksal vieler Nachkommen der hier Bestatteten. Für Menschen mit familiären Verbindungen zur jüdischen Gemeinde Berlins ist der Friedhof aus beiden Gründen besonders sehenswert.
Wenn Sie die Geschichte von Familienmitgliedern oder Freunden aus der jüdischen Gemeinde erforschen möchten, helfen wir Ihnen gerne dabei, Ihre persönliche Geschichte in Berlin zu entdecken. Lesen Sie hier mehr über unsere Kulturerbe-Touren. Lesen Sie hier mehr über unsere Kulturerbe-Touren.
Neue Synagoge Berlin
Ein Symbol der Hoffnung und des Triumphs über Widrigkeiten. Die Neue Synagoge ist zum Zentrum der wiedererstarkten jüdischen Gemeinde geworden.
Nach ihrer Errichtung im Jahr 1865 wurde die Synagoge durch die Ereignisse der Reichspogromnacht und des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt. In den darauffolgenden Sowjetjahren wurde sie weiter vernachlässigt. Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 begannen schließlich Restaurierungsarbeiten, die die Synagoge in ihrem alten Glanz wiederherstellten.
Heute ist die Synagoge Gotteshaus einer lebendigen Gemeinde, und Besucher aus aller Welt kommen, um ihre spektakulären Kuppeln und die orientalische Architektur zu bewundern.
Konzentrationslager und Gedenkstätte Sachsenhausen
Sachsenhausen ist nach Auschwitz-Birkenau in Polen eines der bekanntesten und bedeutendsten Konzentrationslager Europas. Während eine Reise von Berlin nach Auschwitz an einem Tag nicht möglich ist, lässt sich ein Ausflug von Berlin nach Sachsenhausen problemlos unternehmen und bietet ähnliche Einblicke in die Schrecken des Holocaust.
Das Lager diente dem NS-Regime als „Musterlager“. Viele der schockierenden Ideen, die später in anderen Lagern umgesetzt wurden, fanden hier ihre Premiere.
Heute ist Sachsenhausen eine Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust. Besucher können die vielen Bereiche des Lagers erkunden, in denen jüdische und andere politische Gefangene unter entsetzlichen Bedingungen lebten und starben. Ein Besuch in Sachsenhausen ist lehrreich und emotional bewegend; um das Ausmaß des Holocaust zu begreifen, ist er unerlässlich.
Humboldt Tours Berlin bietet private Tagesausflüge zum Konzentrationslager Sachsenhausen an, die sich auch mit anderen Touren aus unseren Routenvorschlägen kombinieren lassen. Unsere lizenzierten Reiseleiter vermitteln Ihnen aktuelle Informationen und persönliche Geschichten aus dem Lager und behandeln das Thema mit der gebotenen Sorgfalt und Sensibilität. Weitere Informationen finden Sie hier.
Jüdische Veranstaltungen in und um Berlin
Die jüdische Gemeinde Berlins erlebt derzeit eine Renaissance mit einem abwechslungsreichen und ständig aktualisierten Veranstaltungskalender. Offizielle Informationen zum Thema „Jüdisches Berlin“ finden Sie in der regelmäßig aktualisierten Liste von Visit Berlin mit Ausstellungen, jüdischen Festen, religiösen Veranstaltungen und vielem mehr.
Wenn Sie all dies sowie weitere historische Hintergründe und bewegende Geschichten erleben möchten, empfehlen wir Ihnen unsere privaten Ganztages– und Halbtagestouren zum jüdischen Erbe mit einem ortskundigen Guide. Alle Touren können individuell an Ihre Interessen und Bedürfnisse angepasst werden. Kontaktieren Sie uns jetzt für weitere Informationen – wir beraten Sie gerne.
Über Humboldt Tours
Humboldt Tours bietet seit 15 Jahren maßgeschneiderte Privattouren für kulturinteressierte Gäste an. Berlin ist für unser Team eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Unsere charmante und lebendige Stadt wartet darauf, entdeckt zu werden – mit unzähligen Schichten Geschichte und tausenden persönlichen Geschichten.
Wir gestalten individuelle Zeitreisen und ermöglichen Ihnen, Ihre perfekte Reiseroute durch Berlin mit einem ortskundigen Experten zu planen. Wir sind spezialisiert auf die Zusammenstellung privater Touren, die Ihnen die Bedeutung und Geschichte Berlins näherbringen. Ob Sie deutsche oder jüdische Wurzeln haben und Ihre Herkunft erforschen möchten oder sich für einen bestimmten Aspekt der Vergangenheit oder Gegenwart unserer Stadt interessieren – wir kreieren eine private Reiseroute, die Sie begeistern wird.
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